So können Azubis ihre Probleme lösen, Teil 2

In der ersten Ausbildung können zahlreiche Probleme auftreten. Dazu zählen nicht nur betriebsinterne Konflikte, eine zu geringe Bezahlung und die Frage der Nebenjobs, sondern auch die Themen Inhalte der Ausbildung und geleistete Überstunden. Viele dieser Fragen beschäftigen die Azubis in Deutschland tagtäglich. Bevor es zu Problemen kommt, ist es daher ratsam Hilfe zu suchen und sich über seine Rechte und Pflichten als Auszubildender in Deutschland zu informieren. Im zweiten Teil unseres Artikels behandeln wir weitere Problemstellungen und ihre Lösung.

Wo bleibt die Ausbildung?

Wer eine Ausbildung in einem interessanten Beruf beginnt, hat natürlich großes Interesse daran die wesentlichen Bereiche zu erlernen und zu vertiefen. Doch was sollen Azubis machen, die mit ihren Fragen in der Firma völlig alleine gelassen werden? Schließlich ist es das Ziel des Ausbildungsvertrages etwas zu lernen. Wenn der Ausbilder dem nicht nachkommt, verletzt er eine vertragliche Vereinbarung. Doch sofort zum Anwalt zu laufen, bringt hier gar nichts. Der beste Rat, den man Azubis in dieser Situation geben kann, ist es ein Gespräch zu suchen. Denn auch der Betrieb profitiert von einem motivierten Azubi, der sich und seine Ideen in die Arbeitsabläufe mit einbringen kann. Azubis sollten in diesem Gespräch genau darauf hinweisen und unterstreichen, dass sie größtes Interesse an einer guten Ausbildung haben.

Deshalb gibt es in Deutschland auch für jeden Azubi ein sogenanntes Berichtsheft. Dort wird dokumentiert, welche Aufgaben der Auszubildende übernommen hat. Wer tatsächlich denkt, dass er nichts in seiner Ausbildung lernt, sollte seine Aufzeichnungen nochmals überprüfen. Stimmt der Eindruck, dann wäre der nächste Schritt einen Blick auf den Ausbildungsrahmenplan zu werfen. Dieses ist für jeden Beruf bindend und legt genau fest, was ein Azubi in Deutschland lernen muss. Der Vergleich mit den eigenen Aufzeichnungen macht in diesem Fall sicher. So erkennt man sofort, ob dieser Plan in der eigenen Firma eingehalten wird oder nicht. Fehlen hier wichtige Bereiche, dann sollte der Azubi bei seinem Ausbilder nachfragen, ob und wann diese Themen nachgeholt werden. Ändert sich danach immer noch nichts, sollte der Azubi seinen Ausbildungsbetrieb schriftlich darauf hinweisen.

Überstunden sind nicht verpflichtend

Überstunden sind immer ein großes Thema bei der Ausbildung. Diese sollten ebenfalls genau dokumentiert werden, so hat der Azubi immer einen Nachweis über seine geleistete Arbeit. Dabei sollten der Beginn, das Ende, die Pause und die Art der Arbeit aufgezeichnet werden. Im Idealfall unterschreibt der Ausbilder oder ein Kollege diese Aufzeichnungen. Grundsätzlich sind in der Ausbildung in Deutschland Überstunden nicht vorgesehen. Wenn ein Azubi diese trotzdem leistet, passiert das freiwillig. Sie müssen danach entweder bezahlt oder als Freizeit abgegolten werden.

Überstunden sind nicht verpflichtend
Überstunden sind nicht verpflichtend

Sollten sich die Probleme im Betrieb häufen und weder Gespräche noch die Hilfe von anderen Personen etwas an der Situation ändern, dann besteht für Azubis immer noch die Möglichkeit die Ausbildungsstelle zu wechseln. Doch das will gut vorbereitet sein. Zunächst ist es wichtig eine neue Ausbildungsstätte zu finden. Danach wird das Ausbildungsverhältnis im alten Betrieb beendet. Am besten regelt man das mit einem Aufhebungsvertrag, das entspricht einer Auflösung im beiderseitigen Einverständnis. Weigert sich die Firma, dann wäre bei einem Verstoß gegen die Pflichten noch eine „Kündigung aus wichtigem Grund“ möglich. Sobald der alte Ausbildungsvertrag beendet ist, kann man in einem neuen Betrieb anfangen.

Von Adalger