So können Azubis ihre Probleme lösen, Teil 1

Der Beginn einer neuen Ausbildung in einem unbekannten Umfeld kann schon mal für Probleme sorgen. Für Azubis in Deutschland können im Zuge der Ausbildung jede Menge Herausforderungen auftreten. Sie steigen in einen neuen Lebensabschnitt ein und sehen sich zum ersten Mal in ihrem Leben mit der realen Arbeitswelt konfrontiert. Neue Kollegen, der erste Chef, das erste selbstverdiente Geld und die theoretische Ausbildung müssen unter einen Hut gebracht werden. Da ist es gut, wenn man nicht bis zur letzten Sekunde wartet, sondern Probleme schnell offen anspricht oder sich Hilfe holt. Wir haben die wichtigsten Tipps für Azubis zusammengefasst.

Auf Streit kann man gerne verzichten

In der Ausbildung kann es schon einmal vorkommen, dass sich der Azubi nicht mit seinem Ausbilder oder seinen Kollegen versteht und es zum Streit kommt. Jetzt ist es wichtig, diesen nicht eskalieren zu lassen, sondern erst einmal etwas Abstand zu gewinnen. Am besten sucht man etwas später in Ruhe das Gespräch und versucht sein Problem in Ruhe und ganz sachlich zu schildern. Wenn die Emotionen erst einmal aus dem Spiel sind, ist es wesentlich leichter über ein Problem zu sprechen. Wenn das nicht hilft, wenden sich Azubis am besten an den Betriebsrat oder an eine Jugend- und Auszubildendenvertretung. Nicht jeder ist an einen rauen Umgangston gewöhnt. Dieser kann jedoch durchaus bei der Ausbildung vorkommen, wenn der Ausbilder oder die Kollegen wenig Geduld für die Fragen der Azubis aufbringen. Hier ist es wichtig Grenzen zu setzen, denn der Ausbilder hat dem Azubi gegenüber auch eine Fürsorgepflicht. Er muss seine Schützlinge unterstützen, wenn es zu Beleidigungen oder Diskriminierungen kommen sollte.

Das Geld reicht nicht zum Leben?

Wer einen Ausbildungsvertrag unterschreibt, beginnt nicht nur eine neue Ausbildung, sondern verdient damit auch gleichzeitig sein erstes eigenes Geld. Reicht dieses allerdings nicht zum Leben, dann ist es ratsam seine gesamten Einnahmen und Ausgaben eines Monats auf einer Liste aufzuschreiben. Danach können sich Azubis überlegen, ob und wo sie genau Geld einsparen können. In Deutschland gibt es zahlreiche Vergünstigungen für Auszubildende. Dazu zählen beispielsweise ein verbilligtes Girokonto bei der Bank und ein eigener Azubi-Ausweis, mit dem man günstiger ins Kino gehen kann. Wer bereits seine eigene Wohnung hat, kann eventuell eine staatliche Unterstützung beantragen, diese nennt sich Berufsausbildungshilfe oder kurz BAB genannt. Diese muss nicht zurückgezahlt werden. In diesem Antrag müssen Azubis angeben, was sie derzeit verdienen und was die Eltern verdienen. Bleiben die Angaben unter den vorgegebenen Grenzen, dann wird der Antrag bewilligt.

Das Geld reicht nicht zum Leben?
Das Geld reicht nicht zum Leben?

Wenn das Geld trotz aller Sparbemühungen und Unterstützungen trotzdem nicht reicht, haben Azubis in Deutschland die Möglichkeit einen Nebenjob anzunehmen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Azubi seinen Ausbildungsbetrieb darüber informieren muss. Dieser könnte nämlich den Nebenjob verbieten. Das passiert vor allem dann, wenn dieser Nebenjob bei einem Konkurrenzbetrieb stattfinden sollte oder wenn der Nebenjob sich negativ auf die Leistung des Azubis in der Ausbildung auswirkt. Wer beispielsweise nebenbei in der Gastronomie kellnert und das die halbe Nacht lang, wird am nächsten Tag zu müde für eine produktive Ausbildung sein. Insgesamt dürfen Azubis in Deutschland nicht mehr als 40 Stunden pro Woche (bei volljährigen 48 Stunden pro Woche) arbeiten. Ausbildung und Nebenjob dürfen diese Grenze nicht überschreiten.

Von Adalger