Deutschlands Erfolgsmodell ist die duale Ausbildung

Wer in Deutschland seine Schulpflicht erfüllt hat, kann in die duale Ausbildung einsteigen. Diese besteht aus der Ausbildung in einem Beruf durch einen Betrieb und dem Unterricht in der Berufsschule. Diese dauert zwischen zwei und drei Jahren. Voraussetzung dafür ist ein Berufsausbildungsvertrag. Die Ausbildung schließt mit zwei großen Prüfungen ab und bietet die Möglichkeit einer integrativen Berufsausbildung. Die Ausbildung der Azubis ist eine solide Berufsausbildung. Sie wird meist in einem Alter von 15 bis zu 19 Jahren absolviert, viele verschiedene Berufe stehen dabei zur Auswahl. Wer eine praxisorientierte Ausbildung bevorzugt, ist hier gut aufgehoben.

Sechs von zehn werden Azubis

60 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland entscheiden sich für diese Form der Ausbildung. Sie haben einen Haupt- oder Realschulabschluss und streben keinen weiteren Schulabschluss an, daher wechseln sie in die duale Ausbildung. Diese besteht aus zwei Phasen. Jede Woche verbringen die Azubis einen oder zwei Tage, bzw. längere zusammenhängende Zeitblöcke in der Berufsschule. Dort erhalten sie das theoretische Wissen, das sie in ihrem Ausbildungsbetrieb anwenden können. Danach geht es zurück in das Unternehmen. So erhalten sie einen tiefen Einblick in die Arbeitswelt. Sie lernen zu verstehen wie Arbeitsabläufe funktionieren und bekommen einen guten Überblick über ihre Ausbildungsstätte und deren Geschäftsmodell. So können Azubis nach Abschluss ihrer Ausbildung entscheiden, ob sie dort weiter arbeiten möchten.

Theorie und Praxis laufen nebeneinander

Die Grundlage für den Azubi in seiner Ausbildung ist die sogenannte Ausbildungsverordnung seines jeweiligen Berufs. Viele Berufe sind mittlerweile hoch spezialisiert, daher schließt an die betriebliche Praxis oftmals noch eine Zeit von einigen Wochen Ausbildung in den Kammern oder der Handwerksinnung an. So wird sichergestellt, dass keine Lücken bei der Vermittlung des Wissens entstehen können. Die theoretische Ausbildung in der Berufsschule dauert rund acht bis zwölf Stunden pro Woche. Sie kann auch im Blockunterricht stattfinden, dabei kann der Azubi bis zu acht Wochen durchgehen in der Berufsschule lernen. Der Unterricht gliedert sich in allgemeine Inhalte und fachspezifisches Wissen, das genau auf den jeweils erlernten Beruf zugeschnitten ist. In allen Berufen stehen jedoch allgemeine Fächer wie Deutsch, Religion und Sport auf dem Lehrplan.

Theorie und Praxis laufen nebeneinander
Theorie und Praxis laufen nebeneinander

Zwei Prüfungen beenden die Ausbildung

Im Zuge der gesamten Ausbildung eines Azubis muss dieser insgesamt zwei große Prüfungen ablegen und bestehen. Die Zwischenprüfung zeigt, auf welchem Niveau sich die Ausbildung zu diesem Zeitpunkt befindet. Sie findet ungefähr zur Hälfte der Ausbildung statt. Die Abschlussprüfung, auch gerne Gesellenprüfung genannt, findet am Ende statt. Sie wird von den Prüfungsausschüssen der Handwerkskammern, bzw. der Industrie- und Handelskammern durchgeführt. Besteht der Azubi diese Prüfung, so ist seine Berufsausbildung damit abgeschlossen. Alle Prüfungen finden in ganz Deutschland (mit Ausnahme des Bundeslandes Baden-Württemberg) gleichzeitig statt und daher sind die Ergebnisse auch gut vergleichbar. Besteht ein Azubi die Abschlussprüfung nicht, so kann die Ausbildung auf seinen Antrag hin bis zum nächsten Wiederholungstermin verlängern werden. Danach kann der Einstieg in die Berufswelt erfolgen. Größere Betriebe bieten oftmals mehr Stellen an und haben eine höhere Quote an Übernahmen in ein Dienstverhältnis.

Von Adalger